Judenfeindschaft auf Facebook – Gelebter Antisemitismus, seine Vorurteile und die geglaubten Mythen

Schön, dass fisch+fleisch die Artikel der einzelnen Blogger auch immer auf Facebook publiziert, sonst hätte ich wohl kaum die Chance gehabt auf die zahlreichen Perlen aus Deutschland und auch Österreich zum Thema Antisemitismus und Judenhass eingehen zu können. Die gesammelten Beiträge der Facebook-Kommentatoren sind zu zwei Artikeln von mir, die im laufe der Woche auch auf fisch+fleisch und auf deren Facebook-Präsens erschienen sind und zahlreich kommentiert wurden.

Der Artikel »Bist du doch selbst schuld!« – Antisemitismus ein Selbstverschulden der Juden?  behandelt den gegen Juden oft erhobenen stereotypen Vorwurf, dass diese am Antisemitismus »ja selbst schuld seien«, die Facebook-Kommentare machten schlussendlich deutlich, dass die im Artikel vertretende Meinung, dass man Juden immer wieder eine eigene Schuld unterschieben will, leider zutreffend ist.

Mein zweiter Artikel »Bete, Jude!« – Die Geschichte von Rabbi Hagerman handelt von dem Rabbiner Moshe Yitzhak Hagerman, der in einem polnischen Dorf von deutschen Nazis misshandelt und anschließend öffentlich zum Gebet gezwungen wurde, um ihn verhöhnen zu können. Auf diesen Artikel gab es zahlreiche Reaktionen, die vor allem zeigten, wie offen deutsche Facebook-User antisemitische Stereotypen und lupenreinen Judenhass verbreiten.

Natürlich gab es in den Facebook-Diskussionen zu meinen Artikeln auch User, die sich offen gegen den dort verbreiteten Antisemitismus stark machten, diese stellten aber leider doch eher die kleinere Gruppe. Im Verlauf dieses Essays werde ich auf jeweils drei Facebook-Reaktionen zu meinen beiden Artikeln eingehen.

 

»Bist du doch selbst schuld!« – Antisemitismus ein Selbstverschulden der Juden?  

 

  1. Barbara

Barbara

Barbara springt mit ihrem Argument, dass »der Antisemitismus von einer ganz anderen Seite kommt«, nämlich von den »Migranten, die den Antisemitismus mit der Muttermilch aufgesogen haben.«, auf den Zug der Rechtspopulisten auf. Vor allem die angeblichen »Philosemiten« innerhalb der AfD, FPÖ und anderen bekannten Parteien, behaupten gerne, dass der »moderne Antisemitismus« (hat sich Judenhass denn wirklich »modernisiert«?) ausschließlich von Muslimen und ihren linken Helfershelfern ausginge.

Auf den berechtigten Hinweis, dass Antisemitismus auch immer noch in der deutschen Gesellschaft vorhanden ist, reagieren Rechtspopulisten meist identisch, wie die gute Barbara auch, nämlich mit einer patzigen Standardreaktion:

»Ich finde es nicht fair, den schwarzen Peter nur der deutschen Bevölkerung zuzuschieben«. 

Nein, niemand schiebt den »schwarzen Peter« nur der deutschen Bevölkerung zu, aber auch wenn es unter radikalen und vor allem jungen Muslimen einen ausgeprägten Antisemitismus gibt, heißt das nicht, dass man die deutschen Antisemiten, die es sich vor allem in der Mitte der Gesellschaft kuschelig gemacht haben, ignorieren kann.

 

  1. Bernd

Bernd

»„Antisemitismus ein Selbstverschulden der Juden“? Wenn man sich die Aktivitäten von einigen prominenten Juden in der Welt anschaut, liegt das durchaus im Bereich des Möglichen.«, 

die antisemitische Geisteshaltung ist bei dem User Bernd ziemlich deutlich erkennbar, dabei macht er sich kaum Mühe seine Vorurteile zu verbergen.

»Davon abgesehen kann die Unbeliebtheit der Juden bei den Assyrern, den Ägyptern, den Römern bis hin zu den Deutschen wohl kaum in jedem Fall an einer Intoleranz der unterwanderten Völker gelegen haben.«, 

er unterstellt Juden, dass diese andere Völker sogar »unterwandern« würden und nutzt damit eines der beliebtesten antisemitischen Stereotypen des Nationalsozialismus.

Die Nazis waren der Meinung, dass Juden sich wie »Schädlinge« (Juden wurden in der NS-Propaganda meist mit »Ratten« verglichen) in einer Gesellschaft einnisten, aus dieser partizipieren und anschließend das »unterwanderte Volk« in den Untergang reißen würden. Bernd versucht Juden als schädliche Schmarotzer zu diffamieren und dieses unterstellte Verhalten als Grund für Antisemitismus zu deuten.

 

  1. Heinz:

Heinz

Der User Heinz fährt eine ganze Palette von antisemitischen Klischees und Stereotypen über Juden auf, die letztendlich nur belegen, wie stark er in seiner antisemitischen Haltung gefangen ist.

»Die gesamte Film Industrie die sich in jüdischer Hand befindet und einige Groß Bankiers wie Goldman Sachs , Rothschild usw…«,

natürlich dürfen in einem klassischen antisemitischen Kommentar die »Hauptübeltäter« nicht fehlen, nämlich jüdische Großfinanciers, jüdische Banker und Bankunternehmen und schließlich die gesamte amerikanische Film-Industrie.

Sie alle spielen für Antisemiten die entscheidende Rolle für eine allumfassende sogenannte »jüdische Weltverschwörung«. Diese verschwörungstheoretische Idee von einer »jüdischen Clique« wurde in Deutschland unter Hitler und seine Schergen zu einer der beliebtesten antisemitischen Aussagen im Repertoire des NS-Antisemitismus.

»…sowie die ständigen finanziellen Forderungen der wieder Gutmachung der Verbrechen der Nazi`s an Generationen die zu dieser Zeit noch nicht geboren waren sowie der Versuch des ständigen Schüren des schlechten Gewissen´s sowie die Anektion des heute ehemaligen Palestinensergebietes, die Siedlerpolitik die heute betrieben wird , das alles macht die jüdische Bevölkerung – oder ihre Politiker – nicht gerade beliebter.«,

das immer wieder bei Antisemiten vorkommende Argument der »finanziellen Forderung der Wiedergutmachung« nach der Shoah wird oft auch damit verknüpft, dass Juden bzw. Israel das heutige Deutschland mit seiner eigenen Geschichte »unter Druck setzt«, um so finanzielle Mittel »zu erpressen«. Dadurch versucht man Juden als skrupellos zu diffamieren, da sie ja angeblich mit ihren Opfern Profit schlagen wollen. Auch der Nahostkonflikt ist für Antisemiten der ausschlaggebende Garant dafür, warum Juden am Antisemitismus »selbst schuld« sind. Eine objektive Betrachtung der geopolitischen Entwicklungen in Nahost werden von Antisemiten meist gar nicht beachtet, da dadurch das Bild von den »bösen Juden« und den »armen Palästinensern« als klischeehafte Vereinfachung des Nahostkonflikts enttarnt wird.

»Ich kann verstehen dass man den Holocaust nicht vergessen kann und soll, aber die neue Generation sollte doch einen anderen Zugang zu ihrer Geschichte haben und nicht andere Völker als Nazi`s bezeichnen.«

Niemand bezeichnet »andere Völker« als Nazis, auch wird das heutige Deutschland nicht mit dem »Nazi-Deutschland« gleichgesetzt. Junge Israelis reisen gerne nach Deutschland, nicht zuletzt aus dem Grund den familiären Spuren in Europa vor der Shoah auf den Grund zu gehen. Doch der Umgang mit der deutschen Geschichte und eben auch des Holocaust, setzt voraus, dass man weiß, dass in Deutschland von 1933 – 1945 die Nationalsozialisten zahlreiche Unterstützer in der deutschen Bevölkerung hatten, die eben auch den eliminatorischen Antisemitismus mit trugen.

 

»Bete, Jude!« – Die Geschichte von Rabbi Hagerman

  1. Stephan

Stephan

»Ich kann es nicht mehr sehen und hören. Seit Jahrzehnten werde ich mit den Taten mir völlig fremder Menschen malträtiert. Die sind damals alle diesem völlig irren Hitler nachgerannt. Ja, zum Kuckuck!!! Ich kenne keinen Deutschen, der heute vor hat , die Weltherrschaft zu erringen. Und bis auf wenige Spinner glaubt auch keiner mehr, dass die arische Rasse überlegen- wenn nicht sogar göttlichen Ursprungs ist. Und nein!!!! Wir Deutschen wollen keinen Juden töten! Nicht einen!!! Amen«

Was viele Menschen in Deutschland nicht verstehen wollen, oder vielleicht auch einfach nicht können, ist, dass es bei Geschichten aus dem Holocaust nicht um eine plumpe Schuldzuweisungen geht, oder um die abstruse Behauptung, Deutschland wolle wieder zurück zu einer Diktatur und alle Deutsche sind Täter. Doch eben genau das versuchen wutentbrannte Kommentare, wie der von Stephan, Shoah-Erinnerungen zu unterstellen.

Die Erinnerung an die Opfer und auch die Täter der Shoah sollen nicht »malträtieren«, sondern mahnen, aufklären und die Menschen für Antisemitismus und Rassismus sensibilisieren. Der Holocaust wurde Teil der jüdischen, aber auch der deutschen Identität. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob man Täter, oder auch Opfer in der Familie hatte. Die gemeinsame Geschichte verbindet, aber verpflichtet uns auch gleichzeitig. Vor allem, wo doch Menschen, wie Stephan, z.B. der Türkei und Türken oft genug vorwerfen, sie würden sich kaum bis gar nicht mit dem Völkermord an den Armeniern beschäftigen.

Zwar glaubt Stephan und man kann es nur hoffen, dass es keine Deutschen gibt, die Juden ermorden wollen, aber dabei blendet er wohl bewusst, vielleicht auch aus Selbstschutz unbewusst, deutsche Antisemiten aus.

 

  1. Dirk

Dirk 1 + 2

Dirk glaubt auch fest an weit verbreitete antisemitische Stereotypen und die sogenannte »jüdische Weltverschwörung«, die ihre »Fäden in den höchsten Kreisen von Politik und Wirtschaft ziehen«:

»Christen gegen Moslems ! Und wer ist der lachende Dritte ? 🙄🙄🙄🙄 Ich habe mich mit diesem Thema 2 Jahre beschäftigt! Ist leider so !!!! Merkel wird geführt von den Mächtigen! Und wer sind diese ? Banken !!!! Und wem gehören sie ? Genau !!!! Könntest das verstehen !!!!! 🤦‍♂️🤦‍♂️🇩🇪« 

Immer wieder findet man in den Diskussionen über die EU, die Flüchtlingskrise, deutsche Politik und der Kritik an Frau Dr. Angela Merkel antisemitische Tendenzen, Spitzen, oder gar eindeutigen Antisemitismus. Meist unterstreichen Antisemiten ihre Aussagen mit einer angeblichen »gründlichen Recherche«, so wie Dirk, der angibt, dass er sich mit diesem Thema schon ganze zwei Jahre beschäftigt hätte. Doch ernstzunehmend seriöse Quellen, oder Belege dafür, dass wirklich eine »kleine einflussreiche jüdische Clique« die Weltpolitik beeinflusst, werden nie gebracht.

In seinem Kommentar will Dirk auch bekanntes stereotypes Bild pflegen, welches Juden als »Unruhestifter« zeigen will:

»Christen gegen Moslems ! Und wer ist der lachende Dritte ? 🙄🙄🙄🙄«

Die Juden sollen als Sündenbock herhalten, die an den Konflikten, Nöten und Problemen der Welt beteiligt sind, oder sogar die Initiatoren des ganzen Schlamassels sein müssen. Eine solche Annahme verhindert, dass sich Antisemiten mit ihren eigenen und vor allem privaten Nöten objektiv auseinander setzen können. Die sogenannte Sündenbock-Theorie ist auch oft bei syrischen Flüchtlingen zu registrieren, die oft der Annahme sind, dass eben nicht das Assad-Regime, der Islamische Staat, oder Al-Nusra am Leid der syrischen Bevölkerung beteiligt sind, sondern lediglich ominöse Zionisten, die »alle gegeneinander ausspielen«. Das sind die klassischen antisemitischen Denkstrukturen, die es einer Problemlösung schwer machen.

 

3) Doris

Doris

»Ich bin 1959 geboren warum soll ich dafür geradestehen es war nicht richtig und die juden tun mir in der seele leid aber es steht auch in der biebel das der jude auf ewig das verfolgte folk sein wird und waum weil sie gottes sohn an den pfahl gebracht haben.«

Doris repräsentiert mit ihrem Kommentar den Archetypus des christlichen Antijudaismus. Anti-Jüdische Ausgrenzung und gewaltsame Pogrome erklärt sie damit, dass »die Juden Gottes Sohn an den Pfahl gebracht haben«. Damit bedient sich Doris dem mittelalterlichen Vorwurf gegenüber Juden, sie seien »Gottesmörder«. Bis heute wird vor allem in konservativen Kreisen der katholischen Kirche in der Karfreitagsliturgie die Meinung vertreten, dass Juden nicht nur den »Messias Jesus«, sondern sogar Gott getötet haben. Das 2. Vatikanum, besonders der Punkt Nostra Aetate versuchte gegen die pauschalisierte Anschuldigung vorzugehen. Dennoch bleibt der Vorwurf Juden seien »Gottesmörder« bis heute im Standardrepertoire der Antisemiten. Im Bezug auf den Holocaust versucht sich Doris mit der allgemein bekannten Ausrede »Bin nach ’45 geboren und schulde der Welt einen Scheiß«, herauszureden. Wieso sollten sich dann noch Juden, 2000 Jahre nach der Kreuzigung von Jesus, der christlichen Verleumdung aussetzen?

 

Die sechs von mir vorgestellten Facebook-Kommentare, die entweder lupenreinen Antisemitismus pflegen, oder diesen versuchen zu verharmlosen, beweisen exemplarisch, wie stark antisemitische Stereotypen und anti-jüdische Hetze in den deutschsprachigen sozialen Netzwerken verbreitet sind. Erneut wird der Antisemitismus salonfähig, vor allem das Schweigen der liberalen und freiheitlichen demokratischen Gesellschaft trägt dazu bei, dass der Judenhass nicht mehr nur in den radikalen Spektren (extremistische Linke, Rechte und Muslime) zu finden ist, sondern nun auch wieder ein Teil der deutschen Gesellschaft wurde.

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»Bete, Jude!« – Die Geschichte von Rabbi Hagerman

Ende Juli Anfang August 1940, also vor 77 Jahren, führten Wehrmacht und Gendarmerie »Vergeltungsaktionen« gegen polnische Juden durch. Damit begannen die Grausamkeiten der Shoah in Osteuropa; der Krieg Nazi-Deutschlands gegen das freie Europa war gerade erst 10 Monate alt.

Deutsche Soldaten und Gendarmen verhöhnten und quälten wehrlose Juden und zu ihrer Erinnerung posierten sie gut gelaunt für das private Fotoalbum. Unter einem Foto auf denen SS-Männer mit Schlagprügel vor knienden jüdischen Männern fuchteln, schreibt einer von ihnen: »Funker Griese belehrt Lubliner Juden mit erhobenem Stock«. Doch was folgte waren nicht einfache »Belehrungen«, sondern unmenschlicher Terror: Razzien, Verhaftungen und Hinrichtungen.

Die deutschen Besatzer lebten ihren wahnhaften und vor allem eliminatorischen Antisemitismus frei und ungehindert aus. In der polnischen Stadt Olkusz (von 1941 – 1945 »Ilkenau«, liegt in der Woiwodschaft Kleinpolen) wurde durch einen Einbrecher ein deutscher Gendarm getötet, daraufhin führte Polizei und Wehrmacht Ende Juli 1940 eine »Strafaktion« durch. Ein Bild davon bleibt dabei am prägnantesten und steht vielleicht sogar sinnbildlich für den Holocaust und das Leid des jüdischen Volkes im 20. Jahrhundert.

Am Morgen des 31. Juli 1940 wird Moshe Yitzhak Hagerman, ein orthodoxer Rabbiner der Stadt Olkusz von deutschen Soldaten und Gendarmen auf den Marktplatz geführt. Er trägt gerade für das traditionelle Shacharit (das jüdische Morgengebet) sowohl den Tallit (jüdischer Gebetsmantel mit schwarzen, oder blauen Streifen), als auch die Tefillin (Gebetsriemen, die sowohl am Kopf, wie am Arm zum Gebet gebunden werden). Sicherlich wurde er von den Soldaten gerade in seinem Gebet unterbrochen, vielleicht sogar auch ein gesamtes Minyan (eine Gruppe von 10 oder mehr Männer, die für das jüdische Gebet in der Synagoge notwendig sind).

Auf dem Boden des Marktplatz liegend, befinden sich alle jüdischen Männer des Ortes Olkusz, also wohl der gesamte männliche Anteil der örtlichen Synagoge. Was nun folgt ist sinnbildlich für den Antisemitismus von Nicht-Juden, der sich durch fast alle Jahrhunderte der menschlichen Geschichte trägt.

Die deutschen Männer fordern den Rabbiner auf zu beten, also das Shacharit »ganz normal« fortzuführen. Aber wie sollte der Geistliche das tun, wo doch seine männliche Gemeinde auf dem harten Steinboden liegt, geschlagen, verhöhnt und zum Teil sogar totgeschlagen (20 Männer wurden auf in Folge dieser »Vergeltungsaktion« auf dem Marktplatz mit Gewehrkolben tot geprügelt)? Seine Tefillin, also die jüdischen Gebetsriemen, sind geschändet worden, wohlmöglich haben Soldaten die Lederkapseln aufgeschnitten und die koschere Pergamentrolle mit einem der wichtigsten Gebete des Judentums entfernt (auf Fotos sieht man, wie der Kopfteil der Tefillin geöffnet ist); es mussten Männer gewesen sein, die sich damit genau auskannten, was Tefillin für uns Juden bedeuten. Die deutschen Soldaten und Gendarmen lachen, als dann doch der Rabbiner in seine Gebetshaltung geht und wohl die Arm-Tefillin zu ende binden will.

Die Nazis wollen nicht nur Jüdinnen und Juden demütigen, sondern in ihrem Wahn auch den Gott Israels verspotten, der in der Stunde der Not seinen Gläubigen wohl nicht zur Hilfe eilt. Doch was betet vielleicht der Rabbiner, gedemütigt und entwürdigt auf dem Marktplatz? Vielleicht einen Pslam, der von Rettung und Tröstung spricht? Oder doch ein Gebet aus den Amidah (Achtzehnbittengebet), der dafür bittet, dass die Verleumder von Gott gestraft werden?

Nein, der Rabbiner Moshe Yitzhak Hagerman wird nur EIN EINZIGES Gebet sprechen, der für die gottlosen Nazis unwichtig und zugleich belustigend wirken wird, aber NICHT für die Gläubigen (sogar für Christen, denn auch für Jesus war es DAS Gebet), denn es ist die ultimative Botschaft Gottes: das Sh’ma Israel. Denn darin offenbart sich uns Juden Gott in seiner Herrlichkeit, Treue und Liebe. Er versichert uns damit, dass wir selbst in der aussichtslosesten Lage nicht allein sind.

Rabbi Moshe Yitzhak Hagerman war wahrlich ein jüdischer Tzadik, ein Gerechter, denn er gab den Leidenden seiner Gemeinde Trost. Der Rabbi wurde schließlich 1942 von den deutschen Nazis in Majdanek ermordet.

»Bist du doch selbst schuld!« – Antisemitismus ein Selbstverschulden der Juden?

»Wer mit Kippa offen rum rennt, der brauch sich nicht wundern, dass er angefeindet wird!«, oder »Die Juden schüren doch den Antisemitismus selbst!!! Die provozieren täglich mit ihrem Gehabe in Palästina!!!« , oder eben auch »Bin ja kein Antisemit, ABER die Juden sind auch nicht unschuldig an ihrer Situation! Und außerdem muss mal gut sein, was können wir Deutschen heute noch für den Holocaust?!«, sind Meinungen, die wohl jeder Jude in Deutschland sicherlich schon mal gehört, oder gelesen hat.

In der letzten Woche berichtete ich über einen antisemitischen Vorfall im Ruhrgebiet und wieder konnte ich, vor allem bei Facebook, derartige Kommentare zum geschilderten Vorfall lesen. Das Fazit der aller meisten, meist deutschen User, war: Der Jude ist am Antisemitismus vorwiegend selbst schuld!

Vor 72 Jahren endete der Zweite Weltkrieg und damit auch die industrielle Vernichtung von mehr als 6 000 000 Juden. Die Shoah (bedeutet im Hebräischen unter anderem »große Katastrophe«) begann nicht direkt mit den »Gaswagen« hinter der Ostfront, den  Massenerschießungen in Osteuropa, oder schließlich mit Zyklon-B-Gaskammern und Krematorien in Auschwitz, sondern mit der gezielten Anfeindung, Ausgrenzung und Schuldzuweisung gegenüber Juden in und außerhalb Deutschlands.

Der »moderne« Antisemitismus vermischt auf perfide Weise den Antijudaismus, vorwiegend aus dem mittelalterlichen Christentum, mit den rassistischen Grundideen des 19. Jahrhunderts. Juden wurden damit zu einer »Rasse« erklärt und die antijudaistischen Stereotypen, die Christen uns gaben, waren damit nun »vererbbar«. Die Nazis wollten mit der willigen Unterstützung vieler Deutscher, das Judentum samt Juden mit »Stumpf und Stil« aus der Welt entfernen. Waren Juden daran nun auch »vorwiegend selbst schuld«?

Deutsche Neonazis sind sich jedenfalls überwiegend einig, dass Juden am Holocaust »selbst schuld« waren, da das »internationale Judentum« mit »Sitz in den USA« einen »Krieg gegen Deutschland anzettelte«. Einzelne Boykott-Aufrufe in den 30er Jahren gegen deutsche Waren als Grund für industriellen Völkermord?

Hier vertauschen Anhänger der Täter-Ideologie Ursache und Wirkung, Opfer und Täter, wie eben auch Wahrheit und Fiktion. Die Wahrheit ist, dass amerikanische Juden als Reaktion auf den offen wachsenden Antisemitismus in Nazi-Deutschland deutsche Produkte in den USA boykottieren wollten. Keine anti-deutsche Agitation des »Weltjudentums« und auch keine Kriegserklärung gegen Deutschland, sondern einfach ein klares, wenn auch vergebenes Zeichen gegen den bedrohlichen staatlichen Antisemitismus der Nazis.

Im Bayrischen Viertel in Berlin erinnern duzende Schilder an den Beging der antisemitischen Ausgrenzung und den Holocaust in Deutschland. Die Nazis wollten Juden von Nicht-Juden trennen und beschnitten deshalb den Alltag deutscher Juden mit unzähligen Verboten, die ein normales Leben in Deutschland unmöglich machten. Gelbe Bänke nur für Juden, Juden war es untersagt an Badeseen und in Schwimmbändern schwimmen zu gehen und selbst die Tierhaltung war für Juden verboten worden. Die Ausübung der jüdischen Religion kam schließlich mit den Novemberpogromen 1938 und den damit verbundenen Übergriffen auf Synagogen (jüdische Bethäuser wurden von Nazis und ihren deutschen Unterstützer einfach abgefackelt) in Deutschland zum Erliegen. Die Nazis verbrannten, schändeten und stahlen Torah-Rollen, Tallitots (jüdische Gebetsmäntel) und andere Judaica-Gegenstände; Martin Luther hätte wohl wegen dieser grausigen Entwicklung Luftsprünge gemacht.

Im Hinblick auf diesen Teil der deutschen Geschichte ist es wirklich unverschämt, wenn Menschen in Deutschland auch heute wieder die Schuld für Antisemitismus bei Juden suchen. Jetzt wird der ein oder andere Leser sich vielleicht denken, dass doch »die Juden« in Israel »wehrlose Palästinenser ermorden« und damit selbst einen »Holocaust durchführen«. Auch diese irrsinnige Argumentation rechtfertigt den Antisemitismus, den es in Deutschland immer noch gibt, nicht im geringsten! Es kann einfach nicht sein, dass die Yarmulke (Jiddisch für Kippah), oder andere Judaica, wie der Davidstern, immer noch in Deutschland als »Freifahrtschein« für offenen Antisemitismus gelten.

Weder die Kippah, noch der Davidstern und schon gar nicht Juden selbst sind der Grund für Antisemitismus, sondern der Antisemit selbst! 

Eine unendliche Geschichte – Die Zugehörigkeit des Islams zur deutschen Gesellschaft

Seit mehreren Jahren geistert diese Frage durch die deutsche Politik- und Medienlandschaft, viele Menschen haben sich an eine Lösung getraut, einige mehr andere weniger erfolgreich. Doch egal zu welchem Schluss all diese Personen kamen, die Frage blieb letztendlich immer die gleiche: Gehört der Islam zu Deutschland?

Vielleicht sollte die Frage viel wissenschaftlicher und präziser gestellt werden: Welcher »Islam« soll, kann und darf eigentlich zu Deutschland gehören? Denn immerhin gibt es nicht »den« Islam, sondern viele verschiedene Ausprägungen und Richtungen.

Der emeritierte Politikwissenschaftler Bassam Tibi ist der Meinung, dass der »Euro-Islam« gescheitert sei, also die Vorstellung einer liberal-islamischen Strömung, die problemlos mit dem deutschen Grundgesetz und der Religionsfreiheit zu vereinbaren ist. Dazu schreibt er in einem Gastkommentar in der WELT (08.05.16):

»Als Syrer aus Damaskus lebe ich seit 1962 in Deutschland, und ich weiß: Patriarchalisch gesinnte Männer aus einer frauenfeindlichen Kultur lassen sich nicht integrieren. Ein europäischer, ziviler Islam, den die Islamfunktionäre hierzulande als Euro-Islam ablehnen, wäre die Alternative. Zurzeit ist er chancenlos. Mein Lehrer Max Horkheimer hat Europa als „Insel der Freiheit im Ozean der Gewaltherrschaft“ bezeichnet. Diese Freiheit sehe ich heute gefährdet.«

Sobald das Thema »Islam und Deutschland« in der Gesellschaft behandelt wird und die allseits bekannte Frage in Talkshows, Debatten und Podiumsdiskussionen gestellt wird, reagieren die Gemüter verschiedener Meinungen und Richtungen über. Die eine extreme Gruppe meint, dass doch Terror und Islamismus nichts mit »dem« Islam zutun hätte, wobei die andere Gruppe gar behauptet, dass Muslime und ihre Religion in Deutschland »nichts zu suchen hätten«. Natürlich gehören muslimische Mitbürger zur Bundesrepublik Deutschland und zu dieser heterogenen und vor allem multikulturellen Gesellschaft, doch auch, oder besonders muslimische Mitmenschen müssen sich endlich verstärkt in diese Debatte einwerfen und dabei helfen, dass der Islam als normale und vor allem liberal-säkulare Religion etabliert werden kann. Aussagen, wie »Das hat mit dem Islam nichts zutun!«, oder »Das sind keine Muslime (gemeint werden Salafisten, oder andere muslimische Radikale)!«, sind dabei kontraproduktiv, ja sogar verträumter Blödsinn. Viele islamische Strömungen haben einen gemeinsamen Kernpunkt und eben das sind Gewaltpassagen im Qur’an und der Sunna, die so nicht mit der humanistischen und säkularen Welt Europas konform gehen können.

Dem ewigen Argument der muslimischen Verbände und vieler Sympathisanten, der Terror habe mit dem Islam nichts zutun, stellt Michael Wolffsohn in der TV-Sendung „hart aber fair“ am 11. April 2016 im Ersten klar, dass der Terror seine Wurzeln sehr wohl in der Religion besitzt:

»Gerade die heiligen Schriften und ihre buchstäbliche Auslegung sind das Problem. Eine kritische Interpretation der Quellen, wie das Christentum sie mit der Reformation oder das Judentum durch rabbinische Texte erfahren haben, hat der Islam in diesem Maße noch nicht erfahren. Deshalb ist es ein Unterschied, ob im Alten Testament das Niederbrennen irgendeines seit 2400 Jahren untergegangenen mesopotamischen Königreichs oder im Koran der Kampf gegen die – durchaus noch existierenden – Juden gefordert wird.«

Auch der renommierte deutsch-libanesische Prof. Dr. Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Uni Münster schreibt dazu in der Zeit Geschichte (2/2016):

»Viele Muslime distanzieren sich zwar davon (bezogen auf die Definition von Dschihad als Heiliger Krieg), mit dem Hinweis, das habe nichts mit dem Islam zutun, jedoch ohne sich ernsthaft mit den Argumenten des IS und anderer Extremisten auseinanderzusetzen. Sie verkennen, dass das Problem tief in der islamischen Tradition verwurzelt ist.«

Ein recht großes Problem im Bezug auf die Beantwortung der Frage »Gehört der Islam zu Deutschland?«, sind radikalisierte muslimische Jugendliche – eben die wichtigsten Fußsoldaten des Islamischen Staates.

Vor allem Jugendliche mit Immigrationshintergrund aus dem westlichen Europa (Frankreich, Großbritannien, den Beneluxländern und Deutschland) und ihren Brennpunkten, bilden den Kern der Anhängerschaft des Islamischen Staates. Durch islamistische Scharfmacher in Moscheen und Jugendtreffs, oder während der sogenannten »Street Dawa«, werden diese jungen Menschen zu hörigen Soldaten des Kalifats in Syrien und dem Irak erzogen. Der deutsch-israelische Psychologe Achmad Mansour nennt diese jugendliche Gruppierung unter muslimischen Jugendlichen »Generation Allah«, eben genau die Art von Jugendlichen, die nur noch im fundamentalistischen Islam ihre Lebenserfüllung finden. Der Weg von einer radikalen Moscheegemeinde bis zum Kriegsgebiet Syrien unter der schwarzen Flagge des IS, oder der Schahāda, ist fließend.

Es muss eine konsequente Intervention im Hinblick auf muslimische Jugendlichen, ihre Religionsvorstellung und ihre patriachale Familienstruktur folgen, damit man Herr dieser Lage werden kann. Muslimische Jugendliche machen vor allem die nicht-muslimische Umwelt, das deutsche, oder europäisch-westliche Staatgefüge und eben auch das Judentum als »Strippenzieher« allen »Bösen« im Nahen Osten für die Probleme der islamischen Welt, aber besonders für ihr eigenes Versagen verantwortlich.

Voraussetzung für eine solche Liberalisierung und Integration des Islams in Deutschland, ist, dass Muslime die wissenschaftliche Islamkritik (das gilt selbstverständlich nicht für beleidigende Hetzkampagnen und unseriöse Islam-Diffamierungen, wie man sie bei der AfD, oder der PEGIDA oft antrifft) als durch das Grundgesetz gegebene Freiheit respektieren.

Sobald der Islam in irgendeiner Art und Weise vermeintlicher Kritik ausgesetzt wird, springen unzählige Muslime und nicht-muslische Sympathisanten in die Runde. Dabei wird leider eins ziemlich deutlich, denn der Islam, sowie viele Muslime, sind noch nicht bereit Kritik zeitgemäß zu akzeptieren.

Das folgende Beispiel zeigt, wie muslimische Jugendliche im Bezug auf Islamkritik, Judentum und Grundgesetze leider zu argumentieren wissen:

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Theologische Antwort auf die Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium, 7. August 2016 (Lk 12,32-40) – »Fürchtet euch nicht!«

Ein theologisch interessanter Ansatz, der zum weiteren Nachdenken anregt.

Mein Gedanke ist, dass es nicht die eigentliche Angst vor dem Tod ist, die den Menschen umtreibt, immerhin ist das Ende die Normalität für jedes von G’tt geschaffene Wesen, es ist die Art des Sterbens, welches uns Menschen ängstigt. Es ist ein unterschied, ob ein Greis, der sein Leben gut und lange auskosten konnte in einem Bett diese Welt verlässt, oder ein junger Mensch durch eine Autobombe, oder vielleicht sogar unter Folter mit schweren Verletzungen und mit grässlichen Schmerzen, dahin scheidet.

Die Worte Yeshua‘ in Lk 12,32-40 versichert dem Gläubigen, dass sich HaShem, der Ewige, sich um seine Herde kümmern wird, egal was passieren mag, aber dennoch kann selbst der Ewige und sein Versprechen uns nicht gänzlich die Angst nehmen; die Angst bleibt für jedes Wesen fester Bestandteil, so wie Sie es auch geschrieben haben. Traurige Gewissheit und nackte Angst haben auch die Menschen während der Shoah gehabt, als sie auf der Rampe in Auschwitz, oder in anderen Konzentrationslagern in das Gas geschickt wurden. Unter diesen Menschen waren normale Gläubige, Rabbiner und auch Atheisten, aber alle teilten sich diese menschliche Angst, die weder HaShem, noch jemand anders ihnen hätten nehmen können. Da erzeugen die Berichte über gläubige Juden, die noch in der Gaskammer das Shema Jisrael (»Höre Jisrael, der Ewige ist unser G’tt; der Ewige ist eins!«) rezitierten eine Gänsehaut, denn der Glaube an das Versprechen des Ewigen uns nicht im Stich zu lassen, hielt bis in den Tod; ähnliche Berichte gibt es auch über Christinnen und Christen, die während der NS-Herrschaft ermordet wurden.

Natürlich ist in der heutigen Zeit, wenn man an Terror und Verfolgung, besonders von Christen im Nahen Osten (Syrien, der Irak und in anderen muslimischen Ländern) denkt, Angst ein zweischneidiges Schwert, denn Angst ist, wie Hass auch, ein gefährlicher Ratgeber. Wir dürfen unsere Objektivität nicht durch Angst und Verzweiflung trüben lassen, denn dann machen wir uns anfällig für Kurzschlussreaktionen, wie eben der oben genannte Hass.

In diesem Kontext hat Yeshua recht, wenn er auf den himmlischen Schutz durch den Ewigen verweist, denn G’tt lässt keinen seiner Schäfchen, weder Juden, noch Christen, im Regen stehen, wenn es zum Ende hingeht. Wir können nur beten, wenn die unsere Zeit abgelaufen ist, dass wir in Frieden und möglichst schmerzfrei diese Welt verlassen.

Schalom

Hier der Link zu den Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium, 7. August  2016 (Lk 12,32-40) – »Fürchtet euch nicht!«

http://www.erzdioezese-wien.at/site/glaubenfeiern/christ/bibel/gedankenzumevangelium/article/51622.html

Tag des Judenhasses – Der al-Quds-Tag in Berlin

Der internationale al-Quds-Tag rückt näher und bildet wieder einmal ein ideales Sammelbecken für Antisemiten, Antizionisten und Israelfeinden. Auch in Berlin wird es in diesem Jahr wieder eine Demonstration am al-Quds-Tag geben. Wie gewohnt wird dieser auf dem Adenauerplatz im Herzen Berlins stattfinden. Einen anderen al-Quds-Tag im deutschsprachigen Raum wird es auch wieder in Wien geben.

In den Jahren davor fielen diese antisemitischen Großtreffen im Herzen der Bundesrepublik (und eben auch Österreichs) immer wieder negativ auf, besonders da offen gegen Juden und Israel gehetzt wurde.

Was ist eigentlich dieser al-Quds-Tag? 

Der al-Quds-Tag (Internationaler Jerusalemtag) ist ein iranischer Feiertag, der als ein Kampftag gegen Israel und den Zionismus inszeniert wird. Besonders wird die »Befreiung Jerusalems von den zionistischen Besatzern« in den Mittelpunkt gesetzt. Damit wird gemeint, dass Jerusalem, die legitime Hauptstadt des Staates Israel, für Muslime und den Islam zurückerobert werden muss.

Die Initiatoren des al-Quds-Tags in Berlin kündigen diesen Tag, wie folgt an:

Aufruf zur Qudstag Demonstration am internationalen Jerusalemtag!

Für ein freies Palästina und ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller Religionsgemeinschaften.

Samstag, 2. Juli 2016
14:30 Uhr Berlin - Adenauerplatz

über den Kurfürstendamm zum Wittenbergplatz

Widerstand der „Völkergemeinschaft“ gegen die kriegerische „Weltherrschaft“

Die Welt ist weder sicherer noch gerechter geworden. Im Gegenteil: Terroranschläge und Bürgerkriege werden noch brutaler weitergeführt und die Zahl der Opfer steigt rasant. Ob amerikanische und israelische Drohnen oder saudi-arabische Kampfflugzeuge im Einsatz sind, ob wahabitisch-extremistische Attentäter zuschlagen – das Ergebnis ist jedes Mal das gleiche: die Zerstörung der Lebensgrundlage vieler islamischer Völker, wodurch eine Völkerwanderung in Richtung Europa ausgelöst wurde.

Der „Krieg gegen den Terror“, der seit dem 11.September 2001 unter der Führung der USA bis heute anhält, hat sich inzwischen als ein Terrorkrieg gegen die islamischen Völker enttarnt. Wir alle sind dazu verpflichtet, gegen diesen unmenschlichen Terrorkrieg Widerstand zu leisten.
Warum Widerstand und wie der in Europa verwirklicht werden soll – dies wird am Qudstag thematisiert. Der Jerusalemtag ist ein Anlass, gemeinsam gegen die Unmenschlichkeit zu demonstrieren, um den Willen der Kriegstreiber zu brechen.

Ob Muslime, Christen oder Juden, ob Araber, Türken oder Deutsche – alle zusammen bilden wir die „Völkergemeinschaft“.

Qudstag ist der Tag der Unterstützung des Widerstandes.


Allein aus diesem kurzen Info-Flyer entsteht ein klares Freund-Feind-Schema, eine immer gleiche Ideologie des Hasses und der Lügen: die »bösen« Juden und ihre amerikanischen Unterstützer wollen die armen islamischen Völker vernichten. Von  der brutalen Verfolgungen von Eziden und Christen spricht der Flyer natürlich nicht, denn diese Menschen werden ja nicht durch das verhasste Israel, oder die USA, ermordet. Also kaum erwähnenswert für diese Friedensengel.

Gerne wird verschwiegen, dass Israel, die einzige Demokratie im Nahen Osten ist, wo Menschen egal welcher Hautfarbe, Religion, Geschlechts, oder sexueller Ausrichtung in Frieden leben können. Es passt schlicht und einfach nicht ins Konzept der Antisemiten und Antizionisten, also müssen sie einen drohenden Genozid an den »islamischen Völkern« erfinden, diese Lüge reißerisch aufbereiten und Juden als die bösen Initiatoren im Hintergrund präsentieren. Ein lupenreiner Antisemitismus eben, der sogar vom deutschen Staat toleriert und von einigen Parteien offen unterstützt wird.

„Es ist eine Schande, dass in Berlin Raum gelassen wird für Antisemitismus und Israel-Hass. Denn nichts anderes haben die Al-Quds-Demonstrationen der vergangenen Jahre zutage gefördert, und nichts anderes ist auch in diesem Jahr zu erwarten” 

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

Und dennoch wird dieser schändliche Tag in Berlin zelebriert, nicht nur von Muslimen, sondern auch von deutschen Linken und Rechten, die glücklich vereint gegen Israel und  Juden hetzen können. Wenn es gegen Israel und die Juden geht, dann sind auch die ärgsten Feinde auf einmal gute Freunde.

Einen Lichtblick gab es aber in dieser Woche schon, denn der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) hat es geschafft! Am kommenden Samstag sind Fahnen der libanesisch-islamistischen Terrormiliz Hisbollah verboten. In der Vergangenheit waren auf den al-Quds-Demonstrationen in Berlin viele Libanesen, die ihre Sympathie mit der judenhassenden Terrormiliz Hisbollah zeigten.

Im Angesicht der Flüchtlingssituation ist es wichtiger denn je, dass die deutsche Gesellschaft Sympathie mit Jüdinnen und Juden in Deutschland und eben auch gegenüber dem Staat Israel, der sichersten Heimstätte des Judentums, zeigt. Denn nicht wenige Geflohene muslimischen Glaubens verachten Juden und auch den Staat Israel, denn dank der Propaganda des syrischen Diktators Assad und des verschwörungstheoretischen Hasses gegenüber Juden im Nahen Osten, haben viele Menschen, die nach Deutschland kommen, Vorurteile gegenüber Jüdinnen und Juden.

Die Homosexualität und der Islam – Gelebter Hass und Auftrag zur Gewalt

Am frühen Sonntagmorgen stürmt ein Mann den LGBT-Nachtclub Pulse in Orlando (Florida). Bei diesem Terroranschlag sterben 49 Menschen, 50 weitere Menschen werden verletzt. Der Attentäter Omar Mateen wird von der Polizei erschossen. Danach bleiben vor allem die Fragen zur möglichen Motivation des Täters. Mit großer Gewissheit muss man sagen, dass Mateen ein radikalisierter Muslim war und möglicherweise Verbindungen zum Islamischen Staat unterhielt. Die meisten deutschsprachigen Medien aber fabulieren immer noch über mögliche psychische Instabilität. Dadurch macht man wieder den Terroristen zu einem Täter, der gleichzeitig auch »Opfer« war, nämlich Opfer einer psychischen Erkrankung. Aber damit werden die Hintergründe des Anschlags von Orlando nur simplifiziert, man umgeht gezielt die Problemstellung.

Man muss sich dem Problem klar und offen stellen, nämlich der Tatsache, dass vor allem der gelebte Islam für viele Gläubige eine homophobe Lebensweise voraussetzt. Natürlich wirkt so ein Statement für viele AfD-PEGIDA-Gegner wie ein Bekennerschreiben an den momentanen rechten Populismus in Deutschland. Doch gerade bei der Negierung der Probleme des gelebten Islams, überlassen wir die Ursachenforschung und »Konfliktbeweltigung« den rechten Anhängern der oben genannten Gruppierungen und das ist schlecht!

(14) Und wenn einige euerer Frauen eine Hurerei begehen, dann ruft vier von euch als Zeugen gegen sie auf; bezeugen sie es, dann schließt sie in die Häuser ein, bis der Tod sie ereilt oder Allah ihnen einen Ausweg gibt. (15) Und wenn zwei von euch (Männern) es begehen, dann fügt ihnen Übel zu. Wenn sie (aber) umkehren und sich bessern, dann lasst ab von ihnen; denn Allah ist Gnädig und Barmherzig. 

 

Sura 4 An-Nisa‘, 14 – 15

Natürlich kann man Stellen aus der hebräischen Bibel (dem Tanach) und dem Neuen Testament nehmen, die belegen, dass die Homosexualität auch in Juden- und Christentum zu den biblischen »Sünden« gehören und deshalb kategorisch abgelehnt werden müsste. Doch mit diesem Vorgehen würden wir einen entscheidenden Fehler machen, nämlich ignorieren, dass nur innerhalb der muslimischen Welt religiöse Ablehnung und Hass in Gewalt umschlägt. Es geht auch nicht wirklich um entscheidende Texte in Koran und Bibel, sondern darum, wie der Gläubige die Aufgabe, diesen »göttlichen Auftrag«, annimmt gegen diese »Sünde« und den »Sünder» vorzugehen.

In der theokratischen Autokratie Republik Iran werden Homosexuelle zu langen Haftstrafen, Folter und zum dem Tod am Baukran verurteilt. In Saudi-Arabien, dem Geburtsland des Islams, wird Homosexualität brutal verfolgt und mit dem Tod geahndet . Auch die Araber in den arabischen Autonomiegebieten (Judea, Samaria und Gaza), die immer wieder gerne von den antisemitischen BDS-Gruppen verteidigt werden, verfolgen Homosexuelle. Besonders aus Gaza fliehen viele homosexuelle Araber in den liberalen Nachbarstaat Israel (Tel Aviv gilt als die »Gay Pride« Hauptstadt des Nahen Ostens). Das beliebte Urlaubsziel Türkei gilt zwar als »liberalstes« Land unter den muslimischen Staaten (Homosexualität ist seit 1852 kein Straftatbestand mehr), doch wirklich sicher sind auch dort Homosexuelle nicht.

Man muss innerhalb dieser Debatte akzeptieren können, dass die Homosexualität in fast allen muslimischen Ländern nicht nur tabuisiert, sondern brutal verfolgt und verurteilt wird. Der koranische Befehl im Bezug auf den »Sünder«ist eindeutig: »und wenn zwei von euch (Männern) es begehen, dann fügt ihnen Übel zu.«, und lässt keinen Raum für Interpretationen. Die Homosexualität und der bekennende Homosexuelle sind Feinde der religiösen Gemeinschaft und gehören ausgesondert, dass bedeutet in vielen muslimischen Gesellschaftsformen und Staaten den Tod.

Aus diesem Grund ist die immer gleiche Phrase:»Das hat nichts mit dem Islam zutun!«, sowohl für den liberalen Islam, als auch für die vielen liberalen Muslime schädlich.

Der bekannte ägyptisch-deutsche Politikwissenschaftler und Autor Hamed Abdel-Samad äußerte sich wie folgt auf seiner Facebook-Seite:

Wer diese Tatsachen ausblendet um Muslime vor Generalverdacht zu schützen, trägt nicht zur Lösung des Gewaltproblems bei, und verhindert dass die Quelle des Hasses effektiv bekämpft wird. Das lässt die Spirale der Gewalt weiter eskalieren und am Ende verlieren auch die Muslime!
Also sind die Kritiker des Islam langfristig die wahren Freude der Muslime, und die Beschwichter sind nur sanfte Rassisten, die Muslimen nicht zutrauen, die hausgemachten Probleme selbst lösen zu können!

Auch in Deutschland müssen Menschen, die Muslime vor dem Generalverdacht schützen wollen, akzeptieren, dass sich islamisch religiös motivierte Gewalt besonders gegen Gruppierungen richtet, wie Juden, Christen und eben auch Schwule. Dafür muss eine gemeinsam eine Lösung gefunden werden, damit ein Zusammenleben auch in Zukunft weitaus friedlich verlaufen kann.