»Bete, Jude!« – Die Geschichte von Rabbi Hagerman

Ende Juli Anfang August 1940, also vor 77 Jahren, führten Wehrmacht und Gendarmerie »Vergeltungsaktionen« gegen polnische Juden durch. Damit begannen die Grausamkeiten der Shoah in Osteuropa; der Krieg Nazi-Deutschlands gegen das freie Europa war gerade erst 10 Monate alt.

Deutsche Soldaten und Gendarmen verhöhnten und quälten wehrlose Juden und zu ihrer Erinnerung posierten sie gut gelaunt für das private Fotoalbum. Unter einem Foto auf denen SS-Männer mit Schlagprügel vor knienden jüdischen Männern fuchteln, schreibt einer von ihnen: »Funker Griese belehrt Lubliner Juden mit erhobenem Stock«. Doch was folgte waren nicht einfache »Belehrungen«, sondern unmenschlicher Terror: Razzien, Verhaftungen und Hinrichtungen.

Die deutschen Besatzer lebten ihren wahnhaften und vor allem eliminatorischen Antisemitismus frei und ungehindert aus. In der polnischen Stadt Olkusz (von 1941 – 1945 »Ilkenau«, liegt in der Woiwodschaft Kleinpolen) wurde durch einen Einbrecher ein deutscher Gendarm getötet, daraufhin führte Polizei und Wehrmacht Ende Juli 1940 eine »Strafaktion« durch. Ein Bild davon bleibt dabei am prägnantesten und steht vielleicht sogar sinnbildlich für den Holocaust und das Leid des jüdischen Volkes im 20. Jahrhundert.

Am Morgen des 31. Juli 1940 wird Moshe Yitzhak Hagerman, ein orthodoxer Rabbiner der Stadt Olkusz von deutschen Soldaten und Gendarmen auf den Marktplatz geführt. Er trägt gerade für das traditionelle Shacharit (das jüdische Morgengebet) sowohl den Tallit (jüdischer Gebetsmantel mit schwarzen, oder blauen Streifen), als auch die Tefillin (Gebetsriemen, die sowohl am Kopf, wie am Arm zum Gebet gebunden werden). Sicherlich wurde er von den Soldaten gerade in seinem Gebet unterbrochen, vielleicht sogar auch ein gesamtes Minyan (eine Gruppe von 10 oder mehr Männer, die für das jüdische Gebet in der Synagoge notwendig sind).

Auf dem Boden des Marktplatz liegend, befinden sich alle jüdischen Männer des Ortes Olkusz, also wohl der gesamte männliche Anteil der örtlichen Synagoge. Was nun folgt ist sinnbildlich für den Antisemitismus von Nicht-Juden, der sich durch fast alle Jahrhunderte der menschlichen Geschichte trägt.

Die deutschen Männer fordern den Rabbiner auf zu beten, also das Shacharit »ganz normal« fortzuführen. Aber wie sollte der Geistliche das tun, wo doch seine männliche Gemeinde auf dem harten Steinboden liegt, geschlagen, verhöhnt und zum Teil sogar totgeschlagen (20 Männer wurden auf in Folge dieser »Vergeltungsaktion« auf dem Marktplatz mit Gewehrkolben tot geprügelt)? Seine Tefillin, also die jüdischen Gebetsriemen, sind geschändet worden, wohlmöglich haben Soldaten die Lederkapseln aufgeschnitten und die koschere Pergamentrolle mit einem der wichtigsten Gebete des Judentums entfernt (auf Fotos sieht man, wie der Kopfteil der Tefillin geöffnet ist); es mussten Männer gewesen sein, die sich damit genau auskannten, was Tefillin für uns Juden bedeuten. Die deutschen Soldaten und Gendarmen lachen, als dann doch der Rabbiner in seine Gebetshaltung geht und wohl die Arm-Tefillin zu ende binden will.

Die Nazis wollen nicht nur Jüdinnen und Juden demütigen, sondern in ihrem Wahn auch den Gott Israels verspotten, der in der Stunde der Not seinen Gläubigen wohl nicht zur Hilfe eilt. Doch was betet vielleicht der Rabbiner, gedemütigt und entwürdigt auf dem Marktplatz? Vielleicht einen Pslam, der von Rettung und Tröstung spricht? Oder doch ein Gebet aus den Amidah (Achtzehnbittengebet), der dafür bittet, dass die Verleumder von Gott gestraft werden?

Nein, der Rabbiner Moshe Yitzhak Hagerman wird nur EIN EINZIGES Gebet sprechen, der für die gottlosen Nazis unwichtig und zugleich belustigend wirken wird, aber NICHT für die Gläubigen (sogar für Christen, denn auch für Jesus war es DAS Gebet), denn es ist die ultimative Botschaft Gottes: das Sh’ma Israel. Denn darin offenbart sich uns Juden Gott in seiner Herrlichkeit, Treue und Liebe. Er versichert uns damit, dass wir selbst in der aussichtslosesten Lage nicht allein sind.

Rabbi Moshe Yitzhak Hagerman war wahrlich ein jüdischer Tzadik, ein Gerechter, denn er gab den Leidenden seiner Gemeinde Trost. Der Rabbi wurde schließlich 1942 von den deutschen Nazis in Majdanek ermordet.

»Bist du doch selbst schuld!« – Antisemitismus ein Selbstverschulden der Juden?

»Wer mit Kippa offen rum rennt, der brauch sich nicht wundern, dass er angefeindet wird!«, oder »Die Juden schüren doch den Antisemitismus selbst!!! Die provozieren täglich mit ihrem Gehabe in Palästina!!!« , oder eben auch »Bin ja kein Antisemit, ABER die Juden sind auch nicht unschuldig an ihrer Situation! Und außerdem muss mal gut sein, was können wir Deutschen heute noch für den Holocaust?!«, sind Meinungen, die wohl jeder Jude in Deutschland sicherlich schon mal gehört, oder gelesen hat.

In der letzten Woche berichtete ich über einen antisemitischen Vorfall im Ruhrgebiet und wieder konnte ich, vor allem bei Facebook, derartige Kommentare zum geschilderten Vorfall lesen. Das Fazit der aller meisten, meist deutschen User, war: Der Jude ist am Antisemitismus vorwiegend selbst schuld!

Vor 72 Jahren endete der Zweite Weltkrieg und damit auch die industrielle Vernichtung von mehr als 6 000 000 Juden. Die Shoah (bedeutet im Hebräischen unter anderem »große Katastrophe«) begann nicht direkt mit den »Gaswagen« hinter der Ostfront, den  Massenerschießungen in Osteuropa, oder schließlich mit Zyklon-B-Gaskammern und Krematorien in Auschwitz, sondern mit der gezielten Anfeindung, Ausgrenzung und Schuldzuweisung gegenüber Juden in und außerhalb Deutschlands.

Der »moderne« Antisemitismus vermischt auf perfide Weise den Antijudaismus, vorwiegend aus dem mittelalterlichen Christentum, mit den rassistischen Grundideen des 19. Jahrhunderts. Juden wurden damit zu einer »Rasse« erklärt und die antijudaistischen Stereotypen, die Christen uns gaben, waren damit nun »vererbbar«. Die Nazis wollten mit der willigen Unterstützung vieler Deutscher, das Judentum samt Juden mit »Stumpf und Stil« aus der Welt entfernen. Waren Juden daran nun auch »vorwiegend selbst schuld«?

Deutsche Neonazis sind sich jedenfalls überwiegend einig, dass Juden am Holocaust »selbst schuld« waren, da das »internationale Judentum« mit »Sitz in den USA« einen »Krieg gegen Deutschland anzettelte«. Einzelne Boykott-Aufrufe in den 30er Jahren gegen deutsche Waren als Grund für industriellen Völkermord?

Hier vertauschen Anhänger der Täter-Ideologie Ursache und Wirkung, Opfer und Täter, wie eben auch Wahrheit und Fiktion. Die Wahrheit ist, dass amerikanische Juden als Reaktion auf den offen wachsenden Antisemitismus in Nazi-Deutschland deutsche Produkte in den USA boykottieren wollten. Keine anti-deutsche Agitation des »Weltjudentums« und auch keine Kriegserklärung gegen Deutschland, sondern einfach ein klares, wenn auch vergebenes Zeichen gegen den bedrohlichen staatlichen Antisemitismus der Nazis.

Im Bayrischen Viertel in Berlin erinnern duzende Schilder an den Beging der antisemitischen Ausgrenzung und den Holocaust in Deutschland. Die Nazis wollten Juden von Nicht-Juden trennen und beschnitten deshalb den Alltag deutscher Juden mit unzähligen Verboten, die ein normales Leben in Deutschland unmöglich machten. Gelbe Bänke nur für Juden, Juden war es untersagt an Badeseen und in Schwimmbändern schwimmen zu gehen und selbst die Tierhaltung war für Juden verboten worden. Die Ausübung der jüdischen Religion kam schließlich mit den Novemberpogromen 1938 und den damit verbundenen Übergriffen auf Synagogen (jüdische Bethäuser wurden von Nazis und ihren deutschen Unterstützer einfach abgefackelt) in Deutschland zum Erliegen. Die Nazis verbrannten, schändeten und stahlen Torah-Rollen, Tallitots (jüdische Gebetsmäntel) und andere Judaica-Gegenstände; Martin Luther hätte wohl wegen dieser grausigen Entwicklung Luftsprünge gemacht.

Im Hinblick auf diesen Teil der deutschen Geschichte ist es wirklich unverschämt, wenn Menschen in Deutschland auch heute wieder die Schuld für Antisemitismus bei Juden suchen. Jetzt wird der ein oder andere Leser sich vielleicht denken, dass doch »die Juden« in Israel »wehrlose Palästinenser ermorden« und damit selbst einen »Holocaust durchführen«. Auch diese irrsinnige Argumentation rechtfertigt den Antisemitismus, den es in Deutschland immer noch gibt, nicht im geringsten! Es kann einfach nicht sein, dass die Yarmulke (Jiddisch für Kippah), oder andere Judaica, wie der Davidstern, immer noch in Deutschland als »Freifahrtschein« für offenen Antisemitismus gelten.

Weder die Kippah, noch der Davidstern und schon gar nicht Juden selbst sind der Grund für Antisemitismus, sondern der Antisemit selbst! 

Kneipengewitter – Deutscher Antisemitismus mit Ruhrpott-Flair

Ein Kneipenbesuch im Ruhrpott ist oft sehr erhellend, da man, wie der christliche Reformator Martin Luther sagte »dem Volk aufs Maul schauen« kann. Doch langweilig sind solche Sauftouren defenitiv nicht.

Wenn man an Kneipen im Rhein-Ruhr-Eck (von Duisburg bis Dortmund) denkt, kommen wohl den meisten Lesern Erinnerungen an verrauchte Spelunken im Tatort »Ruhrort« mit Schimmi (Horst Schimanski alias Götz George [† 19.6.2016]) in den Sinn. Nun gut, verraucht sind diese Kneipen nicht mehr, beherbergen aber oftmals noch den Aschenbecher-Flavour, wie auch die Dekorationssünden der 80er. Vom lauten und grell leuchtenden Spielautomaten an der Wand bis auf die unbequem hässlichen Theken-Hocker, haben die allermeisten Ruhrpott-Kneipen noch ihren klischeehaften Charme.

In Deutschland brodelt es an allen Ecken und Winkeln. Gerade deshalb ist es oftmals interessant zu wissen, was stinknormale Deutsche so denken, außer immer wieder Facebook und Twitter zu bemühen, um dann die immer gleichen wahnhaften Auswüchse lesen zu müssen. Also schnappt man sich Regenschirm und Portmonee (ja, der Sommer ist entflohen) und besucht die nächst beste Kneipe in der Umgebung.

Am Abend des 25.7.17 lief die Live-Übertragung der Frauen-Europameisterschaft, Russland gegen Deutschland, aber mich interessiert Fußball nicht sonderlich. Die »Stammsaufschaft« der Kneipe, diese wird von einem älteren Griechen und seiner Frau betrieben, sitzen an der Theke und süppeln, was sonst in Duisburg, KöPi.

Ein ganz normaler Abend in einer Vorstadt von Duisburg, der Stahlstadt im Ruhrpott. Gespräche gibt es hier kaum, dem Volk kann also nicht »aufs Maul geschaut« werden. Also bezahl ich mein KöPi, nehme meine sieben Sachen und geh aus der Tür.

»Lustiger Hut, den du da trägst«, spricht mich ein älterer Mann an, der gerade seine Kippe raucht und nach mir das Lokal verlassen hat. Es war einer der schweigsamen Stammgäste, der eher verloren in sein Pils-Glas starrte. »Das ist eine Kippah, wir Juden tragen sowas.«, gebe ich ihm kurz als Erklärung zurück. Seine Augen weiten sich, er starrt mich an und geht einen Schritt auf mich zu. Ja, er hatte richtig gehört, ich hatte J-U-D-E-N gesagt und sofort war der »gute« Mann, wie man im Neo-Deutsch sagt »getriggert«.

»Ist mir egal, aber Israel und diesen Netanjaaaahuu hass ich wie die Pest!«, gibt der Mann, der nun weniger freundlich und weniger stumm war, spontan zurück. Da hatte ich mir natürlich wieder was eingebrockt, denn ich hatte wirklich wirklich wirklich vergessen, dass ich noch Yarmulke (jiddisch für Kippah) trug; denn eigentlich versuche ich bei solchen Nachtfalter-Aktionen nicht aufzufallen und eben nur den Beobachter zu spielen. Da ich aber ungern solchen Hass-Bekundungen ausweiche, stellte ich mich mutig diesem »Israel-Kritiker«.

»Wieso hasst du denn Israel und Netanyahu«, die Frage musste ich mehrmals stellen, da der Mann wohl ein Hörproblem hatte, aber dann klappte es irgendwann zum Glück. »Weil IHR da die Menschen einfach abschlachtet! Deshalb hass ich Israel und Netanyahu.«, wow, weil WIR, also deutsche, oder in Deutschland lebende Juden, in Israel gemeinsam mit Benjamin Netanyahu Menschen abschlachten, was ein bombastischer Grund. Danach bat ich den aufgebrachten Schreihals freundlich, er solle doch sein Problem mit Israel und dem Regierungschef näher erläutern.

Er bombardierte mich regelrecht mit allen Stereotypen, die ein, natürlich NICHT antisemitischer »Israel-Kritiker« (AUGENZWINKER und RÄUSPER), so von sich geben kann. Oj weh, wie habe ich mir das nur wieder eingebrockt? Wo sollte ich beginnen und vor allem, wie sollte ich das Gespräch weiter führen? Darum fing ich mit seinem Argument des »Landraubes« an, aber der »gute« Mann konnte kaum was mit meinen Ausführungen anfangen, ihm fehlten die einfachsten Grundvoraussetzungen für einen seriösen Dialog, um den Nahostkonflikt adhoc vor der Kneipe zu lösen.

Auf meine wirklich ernst gemeinte Frage, wer denn vor den Israeliten, Hebräern, Juden & nun auch Israelis (seit 1948 wieder) gelebt hatte, konnte er mir nicht wirklich antworten und schaute mich entgeistert an. Ja, ich habe ihm, dem selbstlosen und seriösen deutschen Israel-Kritiker, Jürgen Todenhöfer würde ihm trotz allem auf die Schulter klopfen wollen, wirklich gefragt, was vorher war. Seine Antwort war simpel, bekannt und vorausschauend: »Palästinenser!«

Natürlich erklärte ich ruhig und sachlich, eigentlich wollte ich nur noch nachhause und die biege machen, dass der Begriff »Palästinenser« eine Erfindung von Yassir Arafat, also eben jenem bekannten arabischen Terrorfürsten und Judenhasser, der sogar (hört hört) den Friedensnobelpreis empfangen hatte, war. Wieder betretendes Schweigen. Man hörte richtig sein Gehirn, die zahlreichen Zahnräder und Dampfmaschinen, arbeiten. Also fragte ich ihn nochmal langsam und höflich, wer denn vor Israeliten, Hebräern, Juden und schließlich Israelis in der Levante, genauer gesagt in Israel (für Christen gerne auch »Heiliges Land«) gelebt hatte.

Nachdenklich schaute er mich an und dachte nach.

Nach einer Minute meinte er: »MENSCHEN!«, unglaublich, denn meine Favoriten-Antwort wäre wohl eher Marsianer, oder Transformers gewesen. »Was für Menschen lebten denn dort?«, beharrte ich weiter auf meinem Wissensdurst dem heldenhaften »Israel-Kritiker« gegenüber. »Ja Menschen halt!«, seine Antwort unterstrich die Ahnungslosigkeit mit der er sogar die Diskussion begonnen hatte. Weiterhin freundlich, denn mit solchen Ruhrpott-Asis, die leider immer mal wieder auffallen, will ich mich sicherlich nicht auch noch prügeln. Also erklärte ich ihm einige Main-Facts über das Judentum und eben auch über den Zionismus. Ein anderer Stammgast, der durch den cholerischen Ausbruch des »Israel-Kritikers« nach draußen gelockt wurde, gab nur von sich: »Oh ha, viele interessante Infos, aber ich bin zu besoffen dafür.«, damit verließ er die Bühne wieder. Schade!

Wenn einem heroischen »Israel-Kritiker« die Argumente ausgehen, dann verfällt er schlicht weg in offenen Antisemitismus, wie eben auch der »gute« Diskussionspartner. »Ihr Juden seit alle FANATIKER! Du bist ein FANATIKER!«, also ist man für einige deutsche »Israel-Kritiker« schon ein Fanatiker, wenn man mit geschichtswissenschaftlichen und theologischen Argumenten gegen hält. Herzlichen Glückwunsch! Schließlich kam der Wirt, eben jener griechisch-stämmige Zapfhahn-Meister nach draußen, um zu schauen, was sein Stammgast da für ein Problem hat. Für alle Leser, die jetzt hoffen, dass der Herr nun schlichtet, muss ich leider sagen: NÖ!

Als ich gerade dem nun in Beleidigungen und Antisemitismus verfallenden Typen klar machen wollte, dass die Bibel, also Torah, Tanach und für Christen eben auch das »Neue Testament« / »B’rit Chadasha« von Judea und Samaria, wie auch Israel und sogar dem Zionismus (ja, damals hieß es eben noch nicht so) spricht, schaltet sich der Wirt ein. »Jesus war kein Jude, sondern Grieche und IHR Juden habt ihn geopfert!«, ja, lesen Sie noch mal diese Aussage. Für den griechischen Wirt war also Jesus, oder Jeschua (im HEBRÄISCHEN [DER Sprache der Juden übrigens]) ein G-R-I-E-C-H-E, also wie der Philosoph Platon, wie der griechisch-spartanische König Leonidas (nicht der Schauspieler Gerard Butler, der ist nämlich Schotte), oder der Schlagerstar Costa Cordalis.

Am Ende musste man den Antisemiten zurückhalten (er wollte mir tatsächlich die »Fresse polieren«) und mir, weil ich als Jude natürlich IMMER schuld haben muss, ein Hausverbot erteilen (weil ich den Stammgast mit meinem Jüdischsein provoziert habe, oder so ähnlich).

Mein »Auf Wiedersehen«-Gruß war nur ein lässiges: »Für Juden verboten« ist so 1933!

Ein etwas anderer Abend im Ruhrpott…

#WeRemember – Wir erinnern…

 

830.000 Damenmäntel und Kleider,

348.000 Herrenanzüge, 

7 Tonnen Menschenhaar

…und nur 7000 Überlebende. 

Eine Bilanz am 27.1.1945 in Auschwitz-Birkenau

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Die Koffer hinter den Glasscheiben in der Gedenkstätte im ehemaligen Stammlager Auschwitz

An diesem Freitag, dem 27. Januar 2017 (29. Tevet 5777), jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee zum 72. Mal. Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau im damalig durch die Nazis besetzten Polen war das wohl schlimmste Todeslager des Dritten Reichs, schätzungsweise 1,1 Millionen Menschen starben dort; überwiegend in den dortigen Gaskammern ermordet und dann in den Krematorien verbrannt. Noch heute, wenn man die Überreste des Todeslagers besucht findet man dort noch die verstreute Asche der Verbrannten.

Den Schrecken, den die russischen Soldaten dort sahen und dokumentierten schockiert bis heute Überlebende, Nachkommen, Historiker, Lehrer, Schüler, eben jeden Menschen, der sich mit dem Holocaust (der Shoah) auseinandersetzt. Denn der industrielle Massenmord der deutschen Nationalsozialisten an 6 000 000 Juden, bleibt groteske Einmaligkeit der Geschichte.

Besonders die Kinder und deren traurige Schicksale in Auschwitz-Birkenau macht sprachlos. SS-Ärzte führten grausame Experimente an vielen Kindern durch, dabei wurden sie sogar so hohen Strahlungsdosen ausgesetzt, dass sie schlimme Verbrennungen erlitten. Für den »SS-Wirtschaftsbetrieb« Auschwitz-Birkenau waren diese Kinder nicht mehr arbeitsfähig und wurden in die Gaskammern geschickt; die Mörder in Uniform, oder Arztkittel spielten die Rollen von unmenschlichen Todesengeln (so nannte man später auch den berüchtigten SS-Arzt Josef Mengele).

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Kinder im Vernichtungslager Auschwitz kurz nach der Befreiung durch die sowjetische Armee im Januar 1945

Ein anonymes jüdisches Kind schrieb folgendes Gedicht:

Ich sitze mit meinen Puppen am Ofen und träume.

Ich träume, dass mein Vater zurückgekommen ist.

Ich träume, dass mein  Vater noch am Leben ist. 

Wie gut ist es doch  einen Vater zu haben.

Ich weiß nicht, wo mein Vater ist.

Anonym – A Treasury of Jewish Poetry

»We Remember – Wir erinnern.«, mit diesem kurzen, aber prägnanten Satz rief der World Jewish Congress (WJC) dazu auf, man möge an die Shoah erinnern und somit auch endlich jene Menschen erreichen, denen dieses Kapitel der Geschichte immer noch schier egal ist, oder die wirklich noch nie etwas über den Holocaust gehört haben. Unter dem Hashtag »#WeRemember« findet man in den sozialen Netzwerken, wie Facebook, Twitter, oder Instagram Fotos von Menschen, die mit dem prägnanten Satz mahnen.

Muss man denn wirklich 72 Jahre nach dem Holocaust in Deutschland, in Europa und auf der Welt noch mahnen?

Natürlich, denn die Shoah präsentiert einen grausigen Einblick auf einen tiefen dunkeln Abgrund des Menschen, das unendliche Leid des Lebendigen und die Ohnmacht des Göttlichen.

Solange rassistischer Antisemitismus, religiöser Antijudaismus und politischer Judenhass in der Welt existiert, sind wir, Juden und Nicht-Juden, gefragt gegen dieses Übel einzustehen!

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WIR ERINNERN – WE REMEMBER!

9.11.1938 – Der Abend an dem die Synagogen brannten

Heute jährt sich die »Reichspogromnacht« zum 78. Mal.

Am 9. November 1938 kam es zu den ersten offen gewalttätigen Übergriffen der Nazis gegenüber Juden in ganz Deutschland. Überall im Land wurden Synagogen in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte demoliert, Juden inhaftiert und sogar durch den wütenden deutschen Mob ermordet. In der Geschichtswissenschaft beginnt mit den »Novemberpogromen 1938« die Shoah, die deutsche industrielle Vernichtung des europäischen Judentums; auch Holocaust genannt.

Als die Synagogen brannten und die jüdischen Geschäfte in Deutschland geplündert wurden, schalten die Geräusche festlicher Umzüge an die Orte des Schreckens. Denn die Christen feierten Sankt Martin, eben jenes Fest, was einen römischen Offizier gewidmet ist, der Nächstenliebe lebte und nicht zwischen Menschen unterschied. Eine Ironie des Schicksals, denn die Nächstenliebe findet sich in der Torah, eben jenem Schriftstück, dass Deutsche während der Novemberpogrome dem realgewordenen Feuer des Antisemitismus übergaben.

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst: ich bin der Ewige.                                                      Kedoschim, Waijkra 19, 18 (Levitikus 19, 18)

Eben nicht nur SA-Männer begingen diese ersten Gräueltaten gegenüber dem jüdischen Volk, sondern auch ganz normale Deutsche – Ehemännern, Familienväter, geliebte Söhne – ganz normale Menschen.

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Brennende Synagoge während der Pogromnacht 1938 in Hannover

Es gibt Berichte, dass Eltern mit ihren Kindern, die Sankt-Martin-Laternen trugen, sich die brennenden Synagogen anschauten. Es gab euphorische Jubelrufe aus dem Publikum und antisemitische Beleidigungen, die die Täter weiter anstachelten. Der systematische Judenhass fand unter den Anwesenden größtenteils Akzeptanz, ja sogar unhaltbare Freude. Die, die sich schämten, dass Menschen, Mittbürger, zu so etwas fähig waren und derartigen Hass zeigen konnten, wandten sich beschämend ab.

In so vielen Autobiographien, wissenschaftlichen Arbeiten und der Weltliteratur wurde der Abend des 9.11.1938 thematisiert. Das deutsche Judentum schrie einen stummen Schrei, einen Schrei, den niemand in Europa vernehmen wollte.

Heute, an diesem 9.11 gedenkt man in Deutschland diesem traurigen Novemberabend, an dem Synagogen brannten und man begann, das jüdische Leben in Deutschland zu beenden.

Wenn ich sehe, dass rechtspopulistische Deutsche erneut durch die Straße marschieren, besonders an einem solchen Tag, dann beginne ich zu weinen. Hat man in Deutschland wirklich vergessen, was vor 78 Jahren passierte, oder ist es schlichtweg nicht mehr wichtig, dass man daran gedenkt?

 

 

Eine unendliche Geschichte – Die Zugehörigkeit des Islams zur deutschen Gesellschaft

Seit mehreren Jahren geistert diese Frage durch die deutsche Politik- und Medienlandschaft, viele Menschen haben sich an eine Lösung getraut, einige mehr andere weniger erfolgreich. Doch egal zu welchem Schluss all diese Personen kamen, die Frage blieb letztendlich immer die gleiche: Gehört der Islam zu Deutschland?

Vielleicht sollte die Frage viel wissenschaftlicher und präziser gestellt werden: Welcher »Islam« soll, kann und darf eigentlich zu Deutschland gehören? Denn immerhin gibt es nicht »den« Islam, sondern viele verschiedene Ausprägungen und Richtungen.

Der emeritierte Politikwissenschaftler Bassam Tibi ist der Meinung, dass der »Euro-Islam« gescheitert sei, also die Vorstellung einer liberal-islamischen Strömung, die problemlos mit dem deutschen Grundgesetz und der Religionsfreiheit zu vereinbaren ist. Dazu schreibt er in einem Gastkommentar in der WELT (08.05.16):

»Als Syrer aus Damaskus lebe ich seit 1962 in Deutschland, und ich weiß: Patriarchalisch gesinnte Männer aus einer frauenfeindlichen Kultur lassen sich nicht integrieren. Ein europäischer, ziviler Islam, den die Islamfunktionäre hierzulande als Euro-Islam ablehnen, wäre die Alternative. Zurzeit ist er chancenlos. Mein Lehrer Max Horkheimer hat Europa als „Insel der Freiheit im Ozean der Gewaltherrschaft“ bezeichnet. Diese Freiheit sehe ich heute gefährdet.«

Sobald das Thema »Islam und Deutschland« in der Gesellschaft behandelt wird und die allseits bekannte Frage in Talkshows, Debatten und Podiumsdiskussionen gestellt wird, reagieren die Gemüter verschiedener Meinungen und Richtungen über. Die eine extreme Gruppe meint, dass doch Terror und Islamismus nichts mit »dem« Islam zutun hätte, wobei die andere Gruppe gar behauptet, dass Muslime und ihre Religion in Deutschland »nichts zu suchen hätten«. Natürlich gehören muslimische Mitbürger zur Bundesrepublik Deutschland und zu dieser heterogenen und vor allem multikulturellen Gesellschaft, doch auch, oder besonders muslimische Mitmenschen müssen sich endlich verstärkt in diese Debatte einwerfen und dabei helfen, dass der Islam als normale und vor allem liberal-säkulare Religion etabliert werden kann. Aussagen, wie »Das hat mit dem Islam nichts zutun!«, oder »Das sind keine Muslime (gemeint werden Salafisten, oder andere muslimische Radikale)!«, sind dabei kontraproduktiv, ja sogar verträumter Blödsinn. Viele islamische Strömungen haben einen gemeinsamen Kernpunkt und eben das sind Gewaltpassagen im Qur’an und der Sunna, die so nicht mit der humanistischen und säkularen Welt Europas konform gehen können.

Dem ewigen Argument der muslimischen Verbände und vieler Sympathisanten, der Terror habe mit dem Islam nichts zutun, stellt Michael Wolffsohn in der TV-Sendung „hart aber fair“ am 11. April 2016 im Ersten klar, dass der Terror seine Wurzeln sehr wohl in der Religion besitzt:

»Gerade die heiligen Schriften und ihre buchstäbliche Auslegung sind das Problem. Eine kritische Interpretation der Quellen, wie das Christentum sie mit der Reformation oder das Judentum durch rabbinische Texte erfahren haben, hat der Islam in diesem Maße noch nicht erfahren. Deshalb ist es ein Unterschied, ob im Alten Testament das Niederbrennen irgendeines seit 2400 Jahren untergegangenen mesopotamischen Königreichs oder im Koran der Kampf gegen die – durchaus noch existierenden – Juden gefordert wird.«

Auch der renommierte deutsch-libanesische Prof. Dr. Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Uni Münster schreibt dazu in der Zeit Geschichte (2/2016):

»Viele Muslime distanzieren sich zwar davon (bezogen auf die Definition von Dschihad als Heiliger Krieg), mit dem Hinweis, das habe nichts mit dem Islam zutun, jedoch ohne sich ernsthaft mit den Argumenten des IS und anderer Extremisten auseinanderzusetzen. Sie verkennen, dass das Problem tief in der islamischen Tradition verwurzelt ist.«

Ein recht großes Problem im Bezug auf die Beantwortung der Frage »Gehört der Islam zu Deutschland?«, sind radikalisierte muslimische Jugendliche – eben die wichtigsten Fußsoldaten des Islamischen Staates.

Vor allem Jugendliche mit Immigrationshintergrund aus dem westlichen Europa (Frankreich, Großbritannien, den Beneluxländern und Deutschland) und ihren Brennpunkten, bilden den Kern der Anhängerschaft des Islamischen Staates. Durch islamistische Scharfmacher in Moscheen und Jugendtreffs, oder während der sogenannten »Street Dawa«, werden diese jungen Menschen zu hörigen Soldaten des Kalifats in Syrien und dem Irak erzogen. Der deutsch-israelische Psychologe Achmad Mansour nennt diese jugendliche Gruppierung unter muslimischen Jugendlichen »Generation Allah«, eben genau die Art von Jugendlichen, die nur noch im fundamentalistischen Islam ihre Lebenserfüllung finden. Der Weg von einer radikalen Moscheegemeinde bis zum Kriegsgebiet Syrien unter der schwarzen Flagge des IS, oder der Schahāda, ist fließend.

Es muss eine konsequente Intervention im Hinblick auf muslimische Jugendlichen, ihre Religionsvorstellung und ihre patriachale Familienstruktur folgen, damit man Herr dieser Lage werden kann. Muslimische Jugendliche machen vor allem die nicht-muslimische Umwelt, das deutsche, oder europäisch-westliche Staatgefüge und eben auch das Judentum als »Strippenzieher« allen »Bösen« im Nahen Osten für die Probleme der islamischen Welt, aber besonders für ihr eigenes Versagen verantwortlich.

Voraussetzung für eine solche Liberalisierung und Integration des Islams in Deutschland, ist, dass Muslime die wissenschaftliche Islamkritik (das gilt selbstverständlich nicht für beleidigende Hetzkampagnen und unseriöse Islam-Diffamierungen, wie man sie bei der AfD, oder der PEGIDA oft antrifft) als durch das Grundgesetz gegebene Freiheit respektieren.

Sobald der Islam in irgendeiner Art und Weise vermeintlicher Kritik ausgesetzt wird, springen unzählige Muslime und nicht-muslische Sympathisanten in die Runde. Dabei wird leider eins ziemlich deutlich, denn der Islam, sowie viele Muslime, sind noch nicht bereit Kritik zeitgemäß zu akzeptieren.

Das folgende Beispiel zeigt, wie muslimische Jugendliche im Bezug auf Islamkritik, Judentum und Grundgesetze leider zu argumentieren wissen:

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Die EM 2016 – Ein Sammelbecken für Hooligans und Rechtsextreme

Das EM-Spiel Deutschland gegen die Ukraine hat noch nicht einmal angefangen und schon entsteht Krawall. Während 20.000 Fans friedlich feiern, randalieren, schlagen, pöbeln und demolieren 50 Fans im Stadtzentrum von Lille.

Es sind enthemmte Szenen, zwar nicht vergleichbar mit den schweren Ausschreitungen in Marseille, wo Fußballfans von England und Russland brutal aufeinander trafen, doch zeigt der Zwischenfall in Lille wieder eine der hässlicheren Seiten des Fußballs: die hemmungslose Gewaltbereitschaft von Hooligans.

Auch deutsche Fußballfans fielen mit ihrem Benehmen unangenehm auf, was das nächste Problem offenbart, nämlich die rechte Einstellung einiger deutscher Fußballfans und vor allem deutscher Hooligans.

In Lille präsentierten sich deutsche Hooligans stolz mit der Reichskriegsflagge des Kaiserreichs, die immer wieder als Erkennungszeichen rechter Gesinnung dient. Vereinzelt waren auch der Hitlergruß und Hitler-Rufe präsent. Natürlich kann man das mit den Worten »das waren ja in erster Linie nur betrunkene asoziale Hooligans« abtun, aber damit machen wir uns das Problem zu einfach, besonders, wenn es um den deutschen Fußball und die leider auch dort vertretene rechtsextreme Szene geht.

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Hooligans in Lille mit der Reichskriegsflagge des Kaiserreichs. Ein beliebtes Symbol unter Rechtsextremen.

Gehen wir einige Wochen vor den Beginn der EM in Frankreich zurück, nämlich zum DFB-Pokalfinale zwischen Bayern München und dem BVB Dortmund am 25.5.2016. BVB-Fans hatten sowohl auf der Hinfahrt, als auch auf der Rückfahrt randaliert und vor allem demoliert. Schon am Dortmunder Hauptbahnhof randalierten einige Mitglieder verschiedener Ultra-Gruppen, dabei wurde ein Unbeteiligter durch Pyrotechnik verletzt. Den Höhepunkt aber bildeten die antisemitischen, wie auch homophoben Schmählieder und die abartige Verwüstung der Wagons der Sonderzüge der Deutschen Bahn.

Ein anonymer Zeuge hat seine Eindrücke auf Vice veröffentlicht und schildert, wie er den Mittwoch und die Entgleisungen einiger Fans erlebt hat. Es ist nicht unbekannt, dass in Dortmunder Ultra-Gruppen auch viele rechtsextreme Personen vertreten sind, denn in Dortmund und Umgebung ist Rechtsradikalismus zu einem Dauerproblem geworden. Die »Ruhrnachrichten« haben dazu sogar eine eigene Rubrik für das Thema eingerichtet und berichten über aktuelle Entwicklungen der rechten Szene Dortmunds.

Parteien, wie »Die Rechte« und auch die »NPD« sind mit jeweils einem Sitz im Dortmunder Stadtrat vertreten. Die rechtsextreme Partei »Die Rechte« sorgte in Dortmund 2014 für einen Eklat, als Dennis Giemsch (Vorgänger unteranderem von Michael Brück als Vertreter der Partei »Die Rechte« im Stadtrat) eine Anfrage an die Stadt stellte, worin man um die genauen Zahlen und Wohnorte von jüdischen Bürgern in Dortmund bat; die Tageszeitung DIE WELT berichtete dazu ausführlich. Angesichts dieser Tatsachen ist es kaum verwunderlich, dass Rechtsextreme eben auch in den Dortmunder Ultra-Gruppen mitmischen.

Man muss aber noch einmal betonen, dass eben nicht jeder BVB-Fan und Ultra ein rechtsextremes Problem hat, denn unter den Fans in der Südkurve sind auch genug Personen, die sich oft offen gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Homophobie stellen.

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Beim Spiel gegen Hannover 96 im Oktober 2014 zeigten BVB Fans auf der kompletten Südtribüne Spruchbänder gegen Nazis.                       

Auch, oder vor allem in Ostdeutschland ist das Phänomen der rechtsextremen Hooligans lange bekannt und schon oft thematisiert worden. Besonders die Hooligan-Gruppen um den Zweitligisten Dynamo Dresden und Lok Leipzig sind hier zu nennen, da diese auch mit anderen rechten Vereinigungen von anderen Mannschaften zusammenarbeiten, wie eben auch mit Dortmunder Rechtsextremisten. Diese Personen sind Montags auch auf den Demos von PEGIDA, LEGIDA und Co. zu finden, wie z.B. als Ordner. Auf den Demonstrationen der rechten HoGeSa trifft man sie als Krawallmacher, wie zuletzt in Köln 2015. Rechtspopulismus und Rechtsextremismus ist mittlerweile kaum zu unterscheiden, besonders wenn diese beiden Gruppen so eng miteinander zusammenarbeiten.

Bei den Krawallen in Lille waren eindeutig deutsche Hooligans der rechten Szene vertreten und involviert. Die Gruppe »Faust des Ostens« (eine rechtsextreme Gruppe von Hooligans für Dynamo Dresden) schrieb auf ihrer Facebook-Seite, dass sie »auch mitmischen«.

Im Stadion dagegen waren bekannte Rechtsextreme aus Dortmund, die zwar zuhause etliche Stadionverbote erhalten haben, doch diese Verbote sich leider ausschließlich auf Deutschland beschränken.

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Die Hemmungen in Frankreich scheinen kaum vorhanden zu sein, denn obwohl die französische Polizei bekannt für ihre brutale »Deeskalation« ist, gibt es kaum Verhaftungen und die Hooligans können fröhlich weiter randalieren. Das lasche Durchgreifen der französischen Polizei wird auch weiterhin die EM 2016 zu einem Eldorado für Schläger, Randalierer und rechter Hooligans machen.