#WeRemember – Wir erinnern…

 

830.000 Damenmäntel und Kleider,

348.000 Herrenanzüge, 

7 Tonnen Menschenhaar

…und nur 7000 Überlebende. 

Eine Bilanz am 27.1.1945 in Auschwitz-Birkenau

auschwitz-birkenau-1187896_960_720
Die Koffer hinter den Glasscheiben in der Gedenkstätte im ehemaligen Stammlager Auschwitz

An diesem Freitag, dem 27. Januar 2017 (29. Tevet 5777), jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee zum 72. Mal. Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau im damalig durch die Nazis besetzten Polen war das wohl schlimmste Todeslager des Dritten Reichs, schätzungsweise 1,1 Millionen Menschen starben dort; überwiegend in den dortigen Gaskammern ermordet und dann in den Krematorien verbrannt. Noch heute, wenn man die Überreste des Todeslagers besucht findet man dort noch die verstreute Asche der Verbrannten.

Den Schrecken, den die russischen Soldaten dort sahen und dokumentierten schockiert bis heute Überlebende, Nachkommen, Historiker, Lehrer, Schüler, eben jeden Menschen, der sich mit dem Holocaust (der Shoah) auseinandersetzt. Denn der industrielle Massenmord der deutschen Nationalsozialisten an 6 000 000 Juden, bleibt groteske Einmaligkeit der Geschichte.

Besonders die Kinder und deren traurige Schicksale in Auschwitz-Birkenau macht sprachlos. SS-Ärzte führten grausame Experimente an vielen Kindern durch, dabei wurden sie sogar so hohen Strahlungsdosen ausgesetzt, dass sie schlimme Verbrennungen erlitten. Für den »SS-Wirtschaftsbetrieb« Auschwitz-Birkenau waren diese Kinder nicht mehr arbeitsfähig und wurden in die Gaskammern geschickt; die Mörder in Uniform, oder Arztkittel spielten die Rollen von unmenschlichen Todesengeln (so nannte man später auch den berüchtigten SS-Arzt Josef Mengele).

2-bild
Kinder im Vernichtungslager Auschwitz kurz nach der Befreiung durch die sowjetische Armee im Januar 1945

Ein anonymes jüdisches Kind schrieb folgendes Gedicht:

Ich sitze mit meinen Puppen am Ofen und träume.

Ich träume, dass mein Vater zurückgekommen ist.

Ich träume, dass mein  Vater noch am Leben ist. 

Wie gut ist es doch  einen Vater zu haben.

Ich weiß nicht, wo mein Vater ist.

Anonym – A Treasury of Jewish Poetry

»We Remember – Wir erinnern.«, mit diesem kurzen, aber prägnanten Satz rief der World Jewish Congress (WJC) dazu auf, man möge an die Shoah erinnern und somit auch endlich jene Menschen erreichen, denen dieses Kapitel der Geschichte immer noch schier egal ist, oder die wirklich noch nie etwas über den Holocaust gehört haben. Unter dem Hashtag »#WeRemember« findet man in den sozialen Netzwerken, wie Facebook, Twitter, oder Instagram Fotos von Menschen, die mit dem prägnanten Satz mahnen.

Muss man denn wirklich 72 Jahre nach dem Holocaust in Deutschland, in Europa und auf der Welt noch mahnen?

Natürlich, denn die Shoah präsentiert einen grausigen Einblick auf einen tiefen dunkeln Abgrund des Menschen, das unendliche Leid des Lebendigen und die Ohnmacht des Göttlichen.

Solange rassistischer Antisemitismus, religiöser Antijudaismus und politischer Judenhass in der Welt existiert, sind wir, Juden und Nicht-Juden, gefragt gegen dieses Übel einzustehen!

img_0435
WIR ERINNERN – WE REMEMBER!
Advertisements

Ein Gedanke zu “#WeRemember – Wir erinnern…

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s